Niederrheiner
Ursprung

 

Das Niederrheinerhuhn, das heute durchaus dem anspruchsvollen Geschmack eines Rassegeflügelzüchters entspricht, ist eine deutsche Züchtung auf der Grundlage des Nordholländischen Blauen Masthuhnes unter Verwendung verschiedener anderer schwerer und leichter Rassen. Der Erzüchter war Jaques Jobs.

Form und Farbe

 

Über Jahre hinaus passte sich das Erscheinungsbild der Niederrheiner in Form und Farbe an. So entstand ein übermittelgroßes, dabei sehr bewegliches, breit und mittelhochgestelltes Zwiehuhn mit voller kräftiger, gut abgerundeter Form. Der erste Farbenschlag war das Blausperberhuhn. Diese Farbzeichnung „Blaugesperbert“ ist bei den Hühnerrassen einmalig. Im Jahre 1943 erfolgte die Anerkennung durch den BDRG. Den großen Blausperbern folgten die Farbenschläge kennsperber, gelbsperber, birkenfarbig, blau und zuletzt weiß-schwarzcolumbia-gesperbert. Durch die Vielzahl an Farbenschlägen werden auf den Großschauen Tierzahlen von 80 – 100 Großen Niederrheinern erreicht.

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Blausperber:

 

Jede Feder in mehrfachem Wechsel von blaugrauer Grundfarbe und heller graublauer, nicht so scharf abgegrenzter, leicht bogig verlaufender Sperberung.

 

Beim HAHN Hals- und Sattelbehang mit dunklerer Brust. Schenkel, Bauch und Schwanz mit hellerer Blautönung. Bei voll entwickelten Hähnen sind leichter brauner Anflug in den Behängen sowie nur andeutungsweise gesperberte Sichelfedern gestattet.

 

Bei der HENNE ist geschlechtsbedingt die hellgraublaue Sperberung schmaler als die blaugraue Grundfarbe. Sie erscheint somit im Gesamtbild dunkler als der Hahn. Grauer Anflug an den Läufen der Henne gestattet.

 

Augenfarbe rot bis orangerot.

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Niederrheiner, blausperber, 0,1, Leipzig
Kennsperber:

 

HAHN: Kopf- Hals- und Sattelbehang goldfarbig (Halsbehang im unteren Drittel etwas heller) mit dunkelgrauen Schaftstrichen und weißlichgrauer Sperberung. Rücken, Schultern und Flügeldecken rotgold mit schwacher, hellerer Sperberung. Armschwingen grau-weiß-gelbbraun gesperbert. Handschwingen überwiegend grau mit angedeuteter Sperberung. Brust, Brauch und Schenkel blaugesperbert; leichte rötliche Einlagerungen auf der Brust. Schwanz blau-gesperbert.

HENNE: Kopf und Halsbehang hellgoldfarbig mit dunkelgrauen Schaftstrichen und grauweißer Sperberung (grauer bis schwärzlicher Hinterkopf mit mäßiger Sperberung gestattet). Mantelgefieder dunkel-rebhuhnfarbig mit blaugrauer etwas flockig wirkender Sperberung, die auf den Flügeldecken helle Tupfenform zeigen kann. Armschwingen rebhuhnfarbig; Handschwingen mehr braungrau, beide mit angedeuteter Sperberung; Brust lachsfarbig; Bauch und Schenkel wie Mantelgefieder; Steuerfedern dunkelgrau mit angedeuteter Sperberung.

Augenfarbe rot bis orangerot.

Grobe Fehler: Beim HAHN: zu helle Goldtöne und zu wenig ausgeprägte Sperberung; fehlende, dreifarbige Armschwingenzeichnung.

Bei der HENNE: Zu wenig, stark ungleichmäßige oder gar fehlende Sperberung; helle, gelbliche Farbtöne im Halsbehang; helle Brust- oder Grundfarbe; viel Schilf in Schwingen und Schwanz bei beiden Geschlechtern.

Bei den Eintagsküken sichere Unterscheidungsmerkmale an der stark unterschiedlichen Farbe der Dunen. Hahnenküken dunkelgelb mit rötlichgrauem Rücken. Hennenküken hell rebhuhnfarbig mit braunem Rückenstreifen.

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Gelbsperber:

 

HAHN: Im gesamten Körpergefieder gelbe Grundfarbe mit möglichst gleichmäßiger, weißer Sperberung. Schwarz braungrau oder rein dunkelgrau mit hellgrauer Sperberung. Unterbrochene Schaftstrichzeichnung im Halsbehang nur wenig sichtbar. Einzelne dunkelgraue Spritzer im Sattelbehang gestattet. Untergefieder gelb bis cremeweiß.

 

HENNE: Dem Hahn gleichend, jedoch in der Sperberung etwas matter. Unterer Halsbehang mit dunkelgrauer Schaftstrichzeichnung mit leichter Sperberung. Schenkelgefieder sichtbar gesperbert. Steuerfedern mit braungrauen bis dunkelbraunen Farbeinlagerungen. Untergefieder gelb bis cremeweiß. Lauffarbe fleischfarbig.

 

Augenfarbe rot bis orangerot.

Grobe Fehler: Beim HAHN: Grau in Schulter; viel Grau im Sattelbehang; weißes Flügeldreieck; weißliche Brust; fehlende Schwanzzeichnung.

Bei der HENNE: Völlig fehlende Sperberung; graue oder schwarze Spritzer im Mantelgefieder.

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Blau:

 

HAHN: Gleichmäßiges, mittleres Blau ohne Säumung. Dunkelblaue bis samtschwarze Behänge. Schwanz dem Farbton der Brustfarbe entsprechend.

Lauffarbe fleischfarbig mit grauem Anflug, Sohlen weiß. Augenfarbe rot bis orangerot, rotbraun noch gestattet.

 

HENNE: Gleichmäßiges mittleres Blau ohne Säumung. Halsbehang dunkler abgesetzt.

Nachsicht gegenüber leichter dunkler Säumung bei beiden Geschlechtern.

 

Lauffarbe grau bis fleischfarbig, Sohlen weiß.

 

Augenfarbe orangerot bis rotbraun.

Grobe Fehler:

Fleckiges, rußiges oder zu helles Blau; bräunlicher Hals- oder Sattelbehang; zu hell absetzende Schwanzfarbe; Weiß in den Sicheln bei Junghähnen; Sperberung in den Behängen.

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Birkenfarbig:

 

HAHN: Kopf-, Hals und Sattelbehang silberweiß mit ausgeprägten schwarzen Schaftstrichen. Flügeldecken und Rücken silberweiß. Brust schwarz, schmale Silbersäumung einschließlich der Kropfpartie; bei Althähnen tiefergehende Zeichnung gestattet. Übriges Körpergefieder einschließlich Flügeldreieck schwarz mit grünem Glanz. Lauffarbe fleischfarbig mit grauem Anflug, Sohlen weiß.

 

HENNE: Kopf und Hals silberweiß mit schwarzen Schaftstrichen. Brust schwarz mit leichter Silbersäumung im Kropfbereich. Übriges Körpergefieder schwarz mit grünem Glanz.

 

Lauffarbe grau bis fleischfarbig mit weißer Sohlenfarbe; bei älteren Tieren aufgehellte Lauffarbe.

 

Augenfarbe rot bis orangerot, bei der Henne rotbraun gestattet.

​Grobe Fehler:  Fehlender Grünglanz; fehlende, zu klatschige, zu tief reichende Säumung oder weiße Federkiele auf der Brust; Säumung auf Schenkel und Bauch; Weiß im Flügeldreieck der Hähne; Zeichnung im Mantelgefieder der Henne; violett in der Grundfarbe.

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Weiß-schwarzcolumbia-gesperbert:

 

HAHN: Hauptfarbe rein silberweiß. Halsbehang zeigt dunkelgraue Schaftstriche mit weißer Sperberung. Schwanz dunkelgrau mit hellgrauer Sperberung. Schwingen weiß mit überwiegend grauschwarzer Innenfahne.

HENNE: Hauptfarbe silberweiß. Halsbehang zeigt schwärzlich dunkelgraue Schaftstriche mit deutlicher, weißer Sperberung. Steuer- und Schwanzdeckfedern schwärzlich dunkelgrau mit angedeuteter hellgrauer Sperberung. Säumung der Schwanzdeckfedern erwünscht, Säumung der Steuerfedern gestattet. Handschwingen weiß mit schwarzem unterbrochenem Längsstrich entlang des Federkiels. Armschwingen weiß mit grauschwarzem unterbrochenen Längsstrich auf der Innenfahne:

Augenfarbe orangerot bis rot.

Grobe Fehler: Starker gelber Anflug; viel Weiß in den Steuerfedern; rein weiße Schwingen; fehlende Sperberung im Hals und/oder Schwanz.

Niederrheiner, weißgesperbert-columbia,
Niederrheiner, weißgesperbert-columbia,

Fotos: Schellschmidt

Gewicht und Legeleistung